Redewendungen

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen

Die Redewendung wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen bezeichnet für gewöhnlich einen einsamen, meist ländlichen, sehr weit abgelegenen Ort. An diesem Ort geht es sehr friedlich zu, da sich dort selbst die natürlichen Feinde, der Fuchs und der Hase eine gute Nacht wünschen.

Erklärung, Bedeutung und Herkunft

Fuchs und Hase sind von Natur aus Feinde, in Sprache und Literatur werden sie daher häufig als Gegenpole verwendet. Die beiden verabschieden sich weder zur Nacht noch stehen sie in Kontakt miteinander. Die Aussage der alten Redensart wird also hier noch einmal gesteigert. Es muss wirklich ein seltsam entlegener Ort sein, wo sich diese Tiere überhaupt begegnen, geschweige denn wo sie einen freundlichen Umgang miteinander pflegen.

Grimmelshausen verwendet in seinem 1669 erschienenen Roman „Der abenteuerliche Simplicissimus“ eine ältere Variante der Redewendung:

Meines Knäns Schloß stand an einem sehr lustigen Ort im Spessart erbaut, allwo die Wölfe einander gute Nacht geben.



Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Ursprünglich wurde die Redensart also nur auf Tiere der gleichen Gattung verwendet. Bei Grimmelshausen die Wölfe. Der Sinn dahinter ist aber der gleiche. Hase und Fuchs meiden ebenso wie Wölfe die Nähe menschlicher Ansiedlungen.

Varianten

  • Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen
  • Wo sich Füchse und Hasen gute Nacht sagen
  • Wo die Füchse einander gute Nacht sagen
  • Wo sich die Wölfe gute Nacht sagen

Themen und Schlagwörter

Quellennachweis

  • Bild Freepik, Premium Licence
  • Weitere Details: Lutz Röhrich – Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten
  • Textpassage aus Grimmelshausens Simplicissimus: Projekt Gutenberg
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